Schauspieler: |
Rosel Zech, Heinz Voss, Helmut Wiedermann, Ulrich
Hüls, Geneta Fischer, Gerd Mayen, Walter Orth, Sela Rox, Hans
Günther, Wolfgang Arnold, Wil Rabenbauer |
Beschreibung: |
In der Glasfabrik des sehr souverän gewordenen
Paul Schippel (aus Bürger Schippel) treibt der Glasbläser Wilhelm
Ständer sein Doppelspiel: Den Arbeitern gegenüber gibt er sich als
sozialdemokratischer Führer und Vertrauensmann, heimlich aber bezieht er
ein fürstliches Gehalt, hält sich eine Magd, legt Wert auf eine
gepflegte Küche und ist insgeheim Mitaktionär der Firma. Eine
Revision der Betriebsausgaben anlässlich der bevorstehenden
Jahrhundertfeier der Firma droht den enormen Lohnvorsprung ans Licht zu bringen
und Ständers Schein-Sozialismus zu entlarven. Als Ablenkungsmanöver
entfacht er einen Streit um die Einrichtung einer Arbeiterbibliothek, der dem
Aufsichtsrat zur Revision keine Zeit mehr lassen soll. Nach einer wider
Erwarten raschen Einigung mit der Direktion holt Ständer den Agitator
Werner Sturm aus Berlin, der sich als Phrasendrescher hervortut und zur
Enteignung der Fabrik aufruft. Als Gegenmittel setzt Ständer den
gemäßigten, revisionistischen Redakteur Artur Flocke ein. Auf dem
Höhepunkt der Festlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen der Firma
wird Schippel der Posten eines Mitdirektors angeboten, doch er lehnt ab, aus
Bescheidenheit, wie er sagt. In Wahrheit ist ihm der Posten zu anstrengend, so
dass er ihn gern Flocke überlässt, der die Firma in den Ruin treibt
und gesundheitlich zu Grunde geht. Schippel stört das nicht, ist seine
Pension doch gesichert. Kurzerhand setzt er seine Magd Bertha vor die Tür,
die er als Arbeitskraft und Bettgenossin ausgenutzt hat. Ebenso verfährt
er mit seiner Nichte, die sich für Flocke interessierte. Er macht reinen
Tisch und distanziert sich von den sozialistischen Idealen, um "in das eigene
Selbst unverzüglich aufzubrechen."
Quelle: Felix Bloch Erben Verlag für Bühne Film und
Funk |