Schauspieler: |
Rosel Zech, Nina Skaletz, Elisabeth Opitz, Ursula von
Reibnitz, Ilde Overhoff, Hilde Hessmann, Regine Lutz, Roswitha Rieger, Maria
Krasna, Rosemarie Weber, Elfriede Wiechert, Lilo Wolters, Wlfi Albrecht, Hertha
Scheurle, Helga Stadtler, Dorothea Walda |
Beschreibung: |
Lieblosigkeit beherrscht die Bewohner von Bernarda
Albas Haus. Bernarda Alba, die sich dem "Willen zur Macht" hingibt, hat aus
ihrem Haus ein Haus des Krieges gemacht, eine völlig abgeschlossene Welt
mit vernagelten Fenstern und Türen, in der Hass, Lüge und Gewalt
Triumphe feiern. Die Landschaft, die Hitze, Mord und Blut sind dramatische
Elemente, ohne dass der Schauplatz jemals anderswo als im Hause ist, ohne dass
die Handlung an der Oberfläche laut würde. Die Konvention und der
soziale Hochmut unterdrücken die Naturgesetze und erzeugen somit eine mit
aufgespeicherten erotischen Leidenschaften gefüllte Atmosphäre.
"Bernarda Alba ist das inkarnierte Prinzip einer zweckmoralischen
Sozialkonstruktion, an der zerbricht, was leben will", sagt Enrique Beck
über dieses Weib, das mit despotischem Machtwillen ihr Regiment
führt, das zuerst Despotin und dann erst Mutter ist, das vor allem, wie
jeder Despot, die eigenen Fehler nie zugeben würde. Der "Mann", der nie in
Erscheinung tritt, ist dennoch immer gegenwärtig. Auf ihn konzentrieren
sich alle Triebe der fünf erwachsenen Töchter. Die abstrakte
Familiendynastie geht vor Menschlichkeit. Der Ehre zuliebe wird gemordet,
gehasst, und wird letztlich noch die letzte große Lüge konstruiert.
Und Bernarda befielt am Schluss Schweigen, keine Klagen. Dem physischen Tod
gesellt sich der Tod des Verwelkens, der Auswegslosigkeit; Weiterleben ohne
Hoffnung. |