Schauspieler: |
Rosel Zech, Marita Breuer, Sabine Wegner, André
Jung, Max Sabina Trooger, Beate Holle, Arman Khoschbonyani, Luis B. Orelli, Kay
und Klaus Draht Cornelia Niemann, Brigitte Schauder |
Beschreibung: |
Der mit dem Fontanepreis für Literatur (1979) und
dem Heinrich-von-Kleist-Preis (1985) ausgezeichnete Schriftsteller,
Rechtsanwalt und Filmemacher Alexander Kluge legt mit seinem jüngsten Film
ein filmisches Traktat wider den Zerfall von Wirklichkeit durch ihre
Vermittlung in den Medien vor. Mit Hilfe der Collage reiht Kluge
kaleidoskopisch seine vermischten Nachrichten aneinander, wie sie sich auch dem
Bürgen in Informationen, Reportagen und Berichten der Boulevard-Zeitungen
und in den Nachrichten des Fernsehens präsentieren: als eine in
Trümmern gehende Welt. Dadurch, dass der Regisseur jedoch eine
unstrukturierte Wirklichkeit als Material anbietet, die der Zuschauer nur
fragmentarisch wahrnehmen kann, zeigt er nicht nur das Sichtbare, er macht
sichtbar und lässt damit eigene Erfahrungen des Betrachters zu. Im Sinne
des dem Film vorangestellten Mottos aus dem 129. Psalm: "Sie haben mich hart
bedrängt... aber doch mich nicht überwältigt" versucht der Film
politische und private Geschichten als fragmentarische Welterfahrung scharf
gegeneinander zu setzen, um neue Perspektiven in der Erfassung unserer
Wirklichkeit beim Zuschauer entstehen zu lassen. Die Jury ist sich im klaren
darüber, dass der Film erhebliche Verstehensschwierigkeiten bereitet und
ein Nachgespräch erforderlich macht. Dennoch meint sie, dass er den
notwendigen Betrag dazu leistet, sich mit der Wahrnehmung der eigenen Situation
und der durch die Medien konstruierten Wirklichkeit auseinander zu setzen. Ein
Film nicht nur für Cineasten.
Quelle: Begründung der Jury der Evangelischen Filmarbeit zum
Film des Monats Dezember 1986 |